Rosellis` Materialeigenschaften:

- Das Wissen um die Verschweissung von hochhaltigem Karbonstahl und dessen sagenhaften Schneideigenschaften ging vor langer Zeit verloren und hat seither die Wissenschaft herausgefordert. Dieser Entwicklung voraus ging das Phänomen des Damastschmiedens mit seinen zauberhaften Mustern und Zeichnungen.
- Roselli folgt einer traditionellen, thermomechanischen Grundsätzen unterliegenden Arbeitsweise, um daraus hochwertige Schneidewerkzeuge zu schmieden.
- Für die Griffe kommt nur widerstandsfähiges, in Finnland gewachsenes Maserbirkenholz in Frage, - ein bewährtes Material mit hoher Dichte und natürlichen Mustern. Holz fühlt sich warm an und trägt wesentlich zur Aufwertung des Werkzeuges bei.
- Naturmaterialien auch für Messerscheiden. Nach wie vor unübertroffen ist gut verarbeitetes, der Klingenform angepasstes Wildleder.

Oft gestellte Fragen:

  • Warum ist der Klingenrücken der Roselli-Messer dunkel ?
    Die dunkle Farbe resultiert aus den Oxydationsschichten während des Härtevorgangs. Im Vergleich zu rostfreien Klingen, hinterlassen Karbonstahlklingen eine deutlich dünklere Oxydschicht.
  • Warum werden Roselli Messergriffe nicht lackiert ?
    Roselli verwendet Leinöl zur Beschichtung der Holzgriffe. Dieser pflanzliche Rohstoff geht mit dem Sauerstoff in der Luft eine ätzende Verbindung ein welche das Holz härtet und zugleich schützt. Diese Behandlung verleiht dem Holz eine gute Griffhaltigkeit.
  • Was ist Eisen, was ist Stahl ?
    Stahl lässt sich härten, Eisen nicht. Klingenstahl hat den passenden Anteil an Kohlenstoff um gehärtet zu werden. Bei geringerem Anteil an Kohlenstoff ( C ) spricht man von Baustahl (noch nicht härtbar) und bei erhöhtem C-Anteil (über 2 %) von Grauguss. Eisen ist ein reiner chemischer Grundstoff.
  • Was ist rostfreier Stahl ?
    Klingenstahl wird rostfrei unter Beimischung von wenigstens 12 % Chrom.
  • Warum gebraucht Roselli keinen rostfreien Stahl ?
    Schmied Heimo Roselli hat in über 20 Jahren noch keinen rostfreien Stahl aufgefunden, der den guten Schneid- und Schleifeigenschaften von Karbonklingenstahl ebenbürtig ist.
  • Was ist Damaststahl ?
    Damaststahl setzt sich zusammen aus abwechselnd übereinander gelegten, im Feuer verschweissten Schichten von weichem Eisen und hartem Stahl. Das Muster auf den Klingen wird erst dann richtig sichtbar, wenn die Klinge mit Säure behandelt wird. Der ursprüngliche Zweck des Damastschmiedens, -harte und gleichzeitig elastische Klingen herzustellen - , hat mit dem Beginn des industriellen Zeitalters an Bedeutung verloren. Der schönen Muster wegen, ist Damaststahl heute besonders unter Messersammlern beliebt. Die Bezeichnung "Damast" für Verbundschweisstahl findet ihren Ursprung in der alten Handelsmetropole Syriens, Damascus, wo Kreuzritter des Mittelalters erstmals auf aussergewöhnlich fein geschmiedete, schmuckvoll ornamentierte Schwerter gestossen waren. Die Technik der Schweissdamastherstellung ist so alt wie die Eisen- und Stahlgewinnung und verbreitete sich in weiten Teilen Asiens, des Orient und Europas.
  • Was ist Wootzstahl ?
    Der Name "Wootz" stammt aus dem Indien vor 2000 Jahren. Darunter versteht man einen Schmelzdamast mit hohem Kohlenstoffanteil (ca. 1.5 - 2 %) und charakteristischen, netzförmigen Mustern, der durch mehrfache Umwandlung kristalliner Formen während des Schmelzvorgangs, entsteht. Man vermutet, dass sich der Wootzstahl aus den in Persien geschmiedeten, kunstvollen "Damaskusschwertern" heraus entwickelte.
  • Rosellis` Hochkarbonstahl - was ist das ?
    Rosellis` Hochkarbonstahlklingen haben fast 2 % Kohlenstoff. Daraus lassen sich Klingen von aussergewöhnlicher Schneidhaltigkeit herstellen. Die Produktion und der Verkauf von Hochkarbonstahlklingen ist mit der Fertigstellung einer neuen Werkstatt im Dezember -98 geplant.
  • Was bezweckt die Härte einer Klinge und wie wird sie geprüft ?
    Die Härteprüfung wird nach dem von Rockwell erarbeiteten Verfahren dadurch vorgenommen, dass man einen Diamant-Kegel mit einer definierten Kraft in das Metall hineindrückt und dabei feststellt, wie tief er eindringt. An der Messuhr lässt sich die so ermittelte Härte in HRC (Hardness Rockwell Cone) ablesen. Die passenden Härtewerte von Messerklingen bewegen sich zwischen 58 - 66 Rc. Eine allzu harte Klinge ist spröde und kann leicht brechen während zu weiche Klingen schnell abstumpfen. Roselli wählt eine Klingenhärte von 60 Rc.